Wer monatlich in einen ETF Sparplan einzahlt, möchte wissen was am Ende herauskommt. Die Antwort hängt von vier Faktoren ab: Sparrate, Rendite, Laufzeit und Steuern. Dieser Rechner berücksichtigt alle vier – inklusive der deutschen Teilfreistellung nach InvStG 2018 und inflationsbereinigtem Realwert.
Wie funktioniert der Rechner?
Der Rechner berechnet das Endvermögen auf Basis des Zinseszinseffekts. Jede monatliche Einzahlung wird verzinst, die erzielten Erträge fließen im nächsten Monat ebenfalls in die Verzinsung ein. Wie dieser Mechanismus grundsätzlich funktioniert erklärt der Zinseszins Rechner ohne Steuerberechnung. Hier werden ausgegeben: Endvermögen brutto, Endvermögen nach Abgeltungssteuer mit korrekter Teilfreistellung, inflationsbereinigter Realwert, vollständiger Jahresplan und Meilensteine ab wann bestimmte Vermögensmarken erreicht werden.
Über den Schieberegler für jährliche Ratenerhöhung lässt sich simulieren was passiert wenn die Sparrate jedes Jahr um einen festen Prozentsatz steigt. Wer sein Gehalt jährlich um 3 Prozent erhöht und die Hälfte davon in den Sparplan steckt, steigert das Endvermögen erheblich – ohne die monatliche Belastung spürbar zu erhöhen.
Beispielrechnung: Was aus 300 Euro monatlich wird
Standardwerte: 300 Euro Sparrate, 7 Prozent Rendite, 30 Jahre, kein Startkapital. Eingezahlt: 108.000 Euro. Endvermögen brutto: ca. 340.000 Euro. Nach Abgeltungssteuer mit Teilfreistellung verbleiben rund 305.000 Euro. Bei 2 Prozent Inflation entspricht das einem Realwert von etwa 166.000 Euro in heutiger Kaufkraft.
Wer erst 10 Jahre später beginnt, landet bei denselben Parametern bei rund 156.000 Euro brutto. Zehn Jahre früher zu starten mehr als verdoppelt das Ergebnis – obwohl in dieser Zeit erst recht wenig Kapital vorhanden ist. Der Grund: Die letzten Jahre bringen den größten absoluten Wertzuwachs, weil die Basis schon groß ist. Wer mit 30 anfängt hat in Jahr 29 und 30 deutlich mehr Kapital das wächst als jemand der mit 40 angefangen hat.
Thesaurierend oder ausschüttend – was ist steuerlich besser?
Bei thesaurierenden ETFs werden Dividenden und Zinserträge nicht ausgezahlt, sondern direkt reinvestiert. Bei ausschüttenden ETFs landen Dividenden auf dem Konto und müssen manuell reinvestiert werden oder werden als Einkommen verwendet.
Steuerlich hat sich der Unterschied seit der Investmentsteuerreform 2018 verringert. Thesaurierende ETFs unterliegen der sogenannten Vorabpauschale – einer jährlich fälligen Mindeststeuer auf fiktive Erträge, die sich an einem Basiszins orientiert. Diese Vorabpauschale wird vom Sparerpauschbetrag abgezogen und kann diesen bei niedrigem Basiszins vollständig aufbrauchen. In Jahren mit sehr niedrigem Basiszins – wie 2021 mit 0,00 Prozent – fiel keine Vorabpauschale an.
Für die meisten Anleger in der Aufbauphase sind thesaurierende ETFs leicht im Vorteil: kein Reinvestitionsaufwand, kein Verlust von Steuerstundungseffekten durch sofort besteuerte Ausschüttungen. In der Entnahmephase können ausschüttende ETFs sinnvoller sein, weil Dividenden entnommen werden können ohne Anteile verkaufen zu müssen.
TER: Die laufenden Kosten die dauerhaft Rendite fressen
Der TER (Total Expense Ratio) ist die jährliche Kostenquote eines ETFs. Er wird täglich anteilig vom Fondsvermögen abgezogen und erscheint nicht als separate Gebühr – er schmälert einfach die Rendite. Ein ETF mit 7 Prozent Marktrendite und 0,20 Prozent TER liefert effektiv 6,80 Prozent.
Klingt minimal. Über 30 Jahre bei 10.000 Euro Einmalanlage: Bei 0,20 Prozent TER wächst das Kapital auf rund 73.000 Euro. Bei 1,50 Prozent TER auf rund 52.000 Euro. Die Differenz von 21.000 Euro entsteht allein durch den Kostenunterschied. Kosteneffiziente Index-ETFs auf den MSCI World haben typischerweise TER zwischen 0,10 und 0,25 Prozent. Aktiv gemanagte Fonds liegen häufig bei 1,5 bis 2,0 Prozent – und schneiden nach Kosten in der Mehrheit schlechter ab als ihr Vergleichsindex.
Was passiert bei einem Börsencrash im Sparplan?
Diese Frage beschäftigt viele Sparer, besonders wenn ein Crash kurz nach dem Start passiert. Die ehrliche Antwort: Frühe Crashes in einem Sparplan sind weniger schlimm als spätere. Wer am Anfang steht hat wenig Kapital das fallen kann. Gleichzeitig kauft jede monatliche Rate automatisch mehr Anteile wenn die Kurse niedrig sind – das ist der sogenannte Cost-Averaging-Effekt.
Kritisch wird ein Crash am Ende der Laufzeit, kurz vor dem geplanten Entnahmezeitpunkt. Wer sein Geld bei Rentenbeginn braucht und der Markt fällt gerade 40 Prozent, hat ein echtes Problem. Die Lösung ist keine Strategie sondern ein Zeitplan: Etwa 5 bis 10 Jahre vor dem Entnahmezeitpunkt schrittweise in sicherere Anlagen umschichten. Der Jahresplan im Rechner zeigt wann diese Planung beginnen sollte.
Für die Entnahmephase selbst – also wenn der Sparplan endet und das Kapital verwendet wird – gibt es einen eigenen Bereich im Rechner. Dort lässt sich simulieren wie lange das angesparte Kapital bei einer monatlichen Entnahme hält. Das ist besonders relevant für alle die auf dem Weg zu finanzieller Unabhängigkeit sind. Der FIRE Rechner geht auf diesen Aspekt noch detaillierter ein, inklusive der 4%-Regel und verschiedener FIRE-Varianten.
Wer einen Sparplan aufbauen möchte sollte vorher sicherstellen dass ein ausreichender Notgroschen vorhanden ist. Ohne Liquiditätsreserve besteht das Risiko in einer schlechten Marktphase verkaufen zu müssen.
Häufige Fragen zum ETF Sparplan
Welche Rendite ist für einen ETF Sparplan realistisch?
Breit gestreute Aktien-ETFs auf den MSCI World erzielten historisch zwischen 7 und 9 Prozent jährlich vor Kosten und Steuern. Für konservative Planungen empfiehlt sich 5 bis 6 Prozent, für realistische Szenarien 7 Prozent. Kurzfristig kann die tatsächliche Rendite stark schwanken.
Was ist die Teilfreistellung und warum ist sie relevant?
Seit dem Investmentsteuergesetz 2018 bleiben bei inländischen Aktien-ETFs 30 Prozent der Erträge steuerfrei. Das senkt die effektive Steuerbelastung von 26,375 auf rund 18,5 Prozent auf den steuerpflichtigen Teil. Der Rechner berücksichtigt das korrekt wenn die Option aktiviert ist.
Was ist der Unterschied zwischen nominalem und realem Endvermögen?
Das nominale Endvermögen ist der tatsächliche Geldbetrag nach Laufzeit. Das reale Endvermögen ist inflationsbereinigt und zeigt was der Betrag heute an Kaufkraft entspräche. Bei 2 Prozent Inflation über 30 Jahre verliert Geld rund 45 Prozent seiner Kaufkraft.
Was ist die Vorabpauschale?
Die Vorabpauschale ist eine jährlich fällige Mindeststeuer auf thesaurierende ETFs. Sie basiert auf einem Basiszins den die Bundesbank jährlich festlegt und stellt sicher dass auch bei nicht ausschüttenden Fonds eine Mindestbesteuerung erfolgt. In Jahren mit sehr niedrigem Basiszins fällt sie kaum ins Gewicht. Sie wird beim Verkauf der ETF-Anteile mit der Endsteuer verrechnet um Doppelbesteuerung zu vermeiden.
Ab wann lohnt sich ein ETF Sparplan?
Sofort, wenn ein ausreichender Notgroschen vorhanden ist und das Geld mindestens 10 bis 15 Jahre nicht benötigt wird. Wer in einem Crash verkaufen muss realisiert Verluste. Wer durchhält profitiert von der Erholung.
Wie hängt ein ETF Sparplan mit Dividenden zusammen?
Ausschüttende ETFs zahlen Dividenden aus, thesaurierende ETFs reinvestieren sie automatisch. Wer Dividenden als laufendes Einkommen plant – etwa im Ruhestand – findet im Dividenden Rechner eine detaillierte Berechnung inklusive Steuer und Yield on Cost.
Dieser Rechner ist ein Berechnungswerkzeug und stellt keine Anlageberatung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) dar. Vergangene Renditen sind keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. Steuergesetze können sich ändern, die Angaben entsprechen dem Stand 2025. Für individuelle Empfehlungen wende dich an einen zugelassenen Finanzberater oder die Verbraucherzentrale.