Wie viel Dividende wirft dein Portfolio dieses Jahr ab? Wie entwickelt sich die Ausschüttung über 20 Jahre mit Dividendenwachstum und DRIP? Und wie viel davon bleibt nach Steuern übrig? Der Dividenden Rechner beantwortet alle diese Fragen – inklusive Yield on Cost, Steuerberechnung nach deutschem Recht und dem Vergleich zweier Dividendenstrategien.
Wie funktioniert der Dividenden Rechner?
Der Rechner ist in fünf Bereiche aufgeteilt, die unterschiedliche Aspekte der Dividendenstrategie abbilden.
Die Übersicht zeigt die aktuelle Dividendenrendite, die jährlichen und monatlichen Ausschüttungen, den Portfoliowert nach Kurs- und Dividendenwachstum sowie den Yield on Cost – also die Dividendenrendite bezogen auf den ursprünglichen Kaufpreis. Mit aktiviertem DRIP werden Netto-Dividenden automatisch reinvestiert und erhöhen die Kapitalbase.
Der Wachstums-Tab liefert eine vollständige Jahrestabelle über die gesamte Laufzeit. Hier siehst du wie Dividende, Yield on Cost und Portfoliowert sich Jahr für Jahr entwickeln – mit und ohne Reinvestition.
Im Zielrechner gibst du eine gewünschte monatliche Netto-Dividende ein. Der Rechner zeigt wie viel Kapital dafür benötigt wird und wie lange der Aufbau bei einer bestimmten Sparrate dauert. Passend dazu gibt der Zinseszins Rechner einen Überblick über den Zinseszinseffekt beim Aufbau dieses Kapitals.
Der Vergleich-Tab stellt zwei Dividendenstrategien gegenüber: hohe Anfangsrendite mit geringem Wachstum versus niedrige Anfangsrendite mit starkem Wachstum. Das Ergebnis überrascht oft – nach einigen Jahren überholt die Wachstumsstrategie die Hochrendite-Strategie bei den absoluten Ausschüttungen und meist auch beim Gesamtportfoliowert.
Der Steuer-Tab berechnet die Abgeltungssteuer inkl. Solidaritätszuschlag und optionaler Kirchensteuer auf Basis der eingegebenen Brutto-Dividende und berücksichtigt den Sparerpauschbetrag.
Was ist Yield on Cost?
Yield on Cost (YoC) ist die Dividendenrendite bezogen auf den ursprünglichen Kaufpreis einer Aktie, nicht auf den aktuellen Kurs. Wer eine Aktie für 100 Euro kauft, die anfangs 3 Euro Dividende zahlt, hat eine Anfangsrendite von 3 Prozent. Wenn die Dividende 10 Jahre später auf 6 Euro pro Aktie gestiegen ist, beträgt der Yield on Cost 6 Prozent – auch wenn der Kurs inzwischen auf 200 Euro gestiegen ist und die aktuelle Rendite wieder bei 3 Prozent liegt.
Der Yield on Cost zeigt wie stark sich eine frühzeitige Investition in Dividendenwachstumsaktien auszahlt. Bei starkem Dividendenwachstum über viele Jahre können Langzeitanleger Yield-on-Cost-Werte von 10, 15 oder sogar 20 Prozent erreichen – auf ihre ursprüngliche Investition gerechnet.
DRIP – Dividenden automatisch reinvestieren
DRIP steht für Dividend Reinvestment Plan. Dabei werden erhaltene Dividenden automatisch genutzt, um weitere Anteile zu kaufen. Das erzeugt einen Zinseszinseffekt: Mehr Anteile zahlen mehr Dividende, diese kaufen weitere Anteile und so weiter.
Der Effekt von DRIP ist besonders bei langen Laufzeiten erheblich. Das grundlegende Prinzip des Zinseszinseffekts – anschaulich erklärt im Artikel Zinseszins verstehen – gilt für Dividenden genauso wie für Zinsen.
Praktisch umgesetzt wird DRIP entweder automatisch über den Broker als kostenlosen Service oder manuell indem gesammelte Dividenden periodisch reinvestiert werden. Viele Neobroker bieten automatisches DRIP für ETFs und Einzelaktien an.
Hohe Dividendenrendite vs. Dividendenwachstum
Das ist die zentrale strategische Frage bei Dividendeninvestments. Aktien mit hoher aktueller Rendite – oft 5 bis 8 Prozent – zahlen heute mehr aus. Dividendenwachstumsaktien starten niedriger – oft 1,5 bis 3 Prozent – steigern die Ausschüttung aber jährlich um 8 bis 12 Prozent.
Nach 10 bis 15 Jahren überholt die Wachstumsstrategie bei den absoluten Ausschüttungen typischerweise die Hochrendite-Strategie. Zusätzlich ist das Kurswachstum bei Dividendenwachstumsaktien historisch stärker, weil solide wachsende Unternehmen auch im Kurs steigen.
Der Vergleich-Tab im Rechner macht genau diesen Kreuzungspunkt sichtbar. Eine ergänzende Perspektive auf Gesamtrendite und Vermögensaufbau bietet der ETF Sparplan Rechner.
Dividendensteuer in Deutschland
Dividenden unterliegen in Deutschland der Abgeltungssteuer von 25 Prozent zuzüglich 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag, was einen effektiven Steuersatz von 26,375 Prozent ergibt. Kirchensteuerpflichtige zahlen zusätzlich 8 oder 9 Prozent Kirchensteuer auf die Abgeltungssteuer.
Der Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro für Ledige und 2.000 Euro für gemeinsam veranlagte Ehepaare bleibt steuerfrei. Wer mehrere Depots oder Konten hat, kann den Freibetrag per Freistellungsauftrag aufteilen. Nicht genutzter Freibetrag verfällt am Jahresende.
Bei ausländischen Dividenden wird häufig Quellensteuer im Ursprungsland einbehalten. Diese kann in vielen Fällen auf die deutsche Abgeltungssteuer angerechnet werden, was Doppelbesteuerung verhindert. Der Steuer-Tab im Rechner berücksichtigt nur die deutsche Steuer.
Häufige Fragen zu Dividenden
Was ist eine gute Dividendenrendite?
Eine nachhaltige Dividendenrendite liegt typischerweise zwischen 2 und 5 Prozent. Renditen über 6 oder 7 Prozent können auf eine Kurskorrektur nach einer Dividendenkürzung hinweisen. Wichtiger als die aktuelle Rendite ist die Dividendenhistorie: Unternehmen die ihre Dividende 10, 20 oder 30 Jahre in Folge gesteigert haben, gelten als zuverlässiger als solche mit hoher, aber unsicherer Ausschüttung.
Wann werden Dividenden ausgezahlt?
Das hängt vom Unternehmen ab. Deutsche Aktien zahlen meist einmal jährlich nach der Hauptversammlung. US-Aktien zahlen häufig quartalsweise. Einige ETFs schütten monatlich aus. Der Ex-Dividende-Tag ist entscheidend: Wer die Aktie an diesem Tag nicht hält, erhält keine Dividende.
Sind Dividenden-ETFs sinnvoll?
Dividenden-ETFs wie der Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield oder iShares MSCI World Quality Dividend bieten breite Streuung mit Fokus auf Ausschütter. Sie eignen sich für Anleger, die regelmäßige Ausschüttungen bevorzugen. Thesaurierende ETFs akkumulieren Dividenden und können steuerlich effizienter sein. Für den Vergleich beider Ansätze hilft der ETF Sparplan Rechner.
Ist eine Dividendenstrategie besser als eine Wachstumsstrategie?
Historisch erzielen Dividendenwachstumsaktien ähnliche Gesamtrenditen wie breite Marktindizes. Der Vorteil ist der psychologische: Regelmäßige Ausschüttungen machen Schwankungen erträglicher. Der Nachteil ist die steuerliche Ineffizienz – jede Ausschüttung wird sofort besteuert, auch wenn das Geld reinvestiert wird. Thesaurierende ETFs verschieben die Steuerlast in die Zukunft.
Wie viel Kapital brauche ich für 1.000 Euro monatliche Dividende?
Bei einer Dividendenrendite von 4 Prozent und 26,375 Prozent Steuer brauchst du rund 400.000 Euro investiertes Kapital. Bei 3 Prozent Rendite rund 530.000 Euro. Der Zielrechner im Tab oben berechnet den genauen Betrag für deine Rendite-Annahme und zeigt wie lange der Aufbau bei einer bestimmten Sparrate dauert.
Dividenden sind nicht garantiert. Steuerberechnung vereinfacht, keine Steuerberatung. Quellensteuer ausländischer Dividenden nicht berücksichtigt. Keine Anlageberatung im Sinne des WpHG.