Inflationsrechner – Kaufkraft, Realrendite und Gehaltsentwicklung berechnen

Inflation ist die unsichtbarste aller Steuern. Sie zieht keiner ein, sie steht auf keiner Lohnabrechnung – und trotzdem kostet sie bei 3 Prozent Inflation über 20 Jahre fast die Hälfte der Kaufkraft. Dieser Rechner macht den Effekt sichtbar: für Ersparnisse, für Gehälter und für Anlageziele.

Was der Rechner berechnet

Der Tab Kaufkraft zeigt wie viel ein heutiger Betrag in X Jahren noch wert ist, aufgeteilt nach Jahr, Kaufkraftverlust und prozentualer Entwertung. Gleichzeitig wird die Mindestrendite angezeigt die eine Geldanlage erzielen muss um nur die Kaufkraft zu erhalten.

Im Zielrechner drehst du die Frage um: Wie viel Kapital brauchst du in der Zukunft um heute eine bestimmte Kaufkraft zu haben? Und wie hoch muss die Sparrate sein um dieses Nominalziel zu erreichen? Hier wird auch die Realrendite berechnet – die Differenz zwischen nominaler Anlagerendite und Inflation. Wer seinen Sparplan mit Steuerberechnung planen möchte, findet im ETF Sparplan Rechner den passenden Rechner.

Der Gehalt-Tab berechnet die reale Kaufkraftentwicklung des Einkommens über Zeit. Wer jährlich 2 Prozent mehr verdient aber die Inflation bei 3 Prozent liegt, verliert trotz nominaler Gehaltserhöhung real an Kaufkraft. Der Tab zeigt das Jahr für Jahr mit konkreten Zahlen.

Im Szenarien-Tab werden verschiedene Inflationsraten nebeneinander gestellt – von der EZB-Zielinflation von 2 Prozent bis zu einer hohen Inflation von 8 Prozent. Das macht begreifbar wie stark die Annahme über die zukünftige Inflation das Ergebnis beeinflusst.

Nominalrendite vs. Realrendite: Der entscheidende Unterschied

Eine Geldanlage die 4 Prozent pro Jahr erzielt klingt gut. Bei 3 Prozent Inflation beträgt die Realrendite aber nur rund 1 Prozent. Die Kaufkraft wächst kaum. Wer Kapital auf einem Sparkonto bei 2 Prozent Zinsen liegen hat und die Inflation bei 3 Prozent liegt, verliert real Kaufkraft – obwohl das Konto nominell wächst.

Die Formel für die Realrendite lautet vereinfacht: Nominalrendite minus Inflationsrate. Genauer: (1 + Nominalrendite) / (1 + Inflation) – 1. Bei 7 Prozent Nominalrendite und 2,5 Prozent Inflation ergibt das eine Realrendite von rund 4,4 Prozent. Das ist der Betrag um den die Kaufkraft wirklich wächst.

Für den Vermögensaufbau bedeutet das: Wer langfristig Kaufkraft aufbauen möchte, braucht Anlagen die deutlich über der Inflation rentieren. Historisch hat der Aktienmarkt das geleistet. Tagesgeld und Festgeld halten die Kaufkraft in normalen Inflationsphasen gerade so oder gar nicht.

Die EZB-Zielinflation und was sie bedeutet

Die Europäische Zentralbank strebt eine Inflation von 2 Prozent pro Jahr an. Das klingt harmlos. Über 30 Jahre bedeutet es aber einen Kaufkraftverlust von rund 45 Prozent. Wer heute 100.000 Euro hat, die einfach liegen bleiben, hat in 30 Jahren noch rund 55.000 Euro an Kaufkraft.

In der Eurozone lag die durchschnittliche Inflation zwischen 1999 und 2023 bei etwa 2,2 Prozent – mit deutlichen Ausreißern nach oben zwischen 2021 und 2023 als die Inflation zeitweise über 10 Prozent stieg. Wer Pläne macht sollte daher mit verschiedenen Szenarien rechnen und nicht allein auf die 2-Prozent-Annahme vertrauen. Der Szenarien-Tab zeigt was bei 3, 5 oder 8 Prozent passiert.

Gehaltserhöhung unter der Inflation: Wenn mehr weniger ist

Wenn Arbeitgeber Gehaltserhöhungen von 1,5 Prozent anbieten und die Inflation bei 4 Prozent liegt, ist das trotz Erhöhung ein realer Lohnverlust von 2,5 Prozent. Das passiert nicht durch Bösartigkeit sondern durch Buchhaltung: Nominal steht mehr auf dem Gehaltszettel, real kauft man davon weniger.

Der Gehalt-Tab zeigt diesen Effekt konkret: Welches nominale Einkommen habe ich in 5, 10 oder 15 Jahren, und was entspricht das in heutiger Kaufkraft? Wer Verhandlungsmasse bei Gehaltsverhandlungen sucht, findet hier die Zahlen. Eine Erhöhung die echte Kaufkraftsteigerung bedeuten soll muss über der aktuellen Inflationsrate liegen.

Häufige Fragen zur Inflation

Was misst die Inflationsrate genau?

Die Inflationsrate in Deutschland wird durch den Verbraucherpreisindex (VPI) des Statistischen Bundesamts gemessen. Er bildet einen repräsentativen Warenkorb aus Gütern und Dienstleistungen ab. Dieser Korb entspricht nicht für jeden identisch – wer viel Miete zahlt oder viel reist, hat eine andere persönliche Inflationsrate als der Durchschnitt.

Welche Inflationsrate soll ich im Inflationsrechner eingeben?

Für langfristige Planungen ist 2 bis 2,5 Prozent (EZB-Ziel) ein vernünftiger Ausgangspunkt. Für konservative Szenarien 3 Prozent. Die tatsächliche zukünftige Inflation ist unbekannt – deshalb lohnt es sich immer mit dem Szenarien-Tab verschiedene Raten durchzurechnen.

Schützen Immobilien vor Inflation?

Teilweise. Immobilien gelten als Sachwerte die in inflationären Phasen an Wert gewinnen können. Gleichzeitig steigen Baukosten und Zinsen mit der Inflation, was Neufinanzierungen teurer macht. Eine direkte Kaufkraftabsicherung ist nicht garantiert. Der Immobilien Rechner zeigt die Gesamtrendite inklusive Wertsteigerung.

Was ist die Realrendite?

Die Realrendite ist die Anlagerendite nach Abzug der Inflation. Bei 7 Prozent Nominalrendite und 2,5 Prozent Inflation beträgt die Realrendite rund 4,4 Prozent. Nur die Realrendite zeigt ob das Vermögen wirklich wächst oder nur die Inflation ausgeglichen wird.

Inflationsraten sind Annahmen, keine Prognosen. Berechnungen ohne Steuerabzug. Keine Finanzberatung.